Montag, 8. Februar 2021

Zerstört der Lockdown unsere Augen? (Prävention von Kurzsichtigkeit)

Prävention von Kurzsichtigkeit bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen

Zerstört der Lockdown unsere Augen?

Kurzsichtigkeit (Myopie) mag vielen Menschen zunächst ein Begriff sein, denn immerhin sind weltweit ca. 1,4 Milliarden Menschen davon betroffen. Doch inwiefern kann Covid-19 die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung einer Myopie beeinflussen und wie können sich Erwachsene, Kinder und Jugendliche vor einer solchen Entwicklung schützen?

Der folgende Link enthält unseren Blogbeitrag in dem wir uns mit der Prävention von Kurzsichtigkeit bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen auseinandergesetzt haben und mit der Frage ob der Lockdown unsere Augen zerstört.


Blogbeitrag Kurzsichtigkeit (Zerstört der Lockdown unsere Augen?)

Montag, 1. Februar 2021

Burnout – eine Volkskrankheit? 

Eine Beitrag von Victoria Böse

Was ist überhaupt ein Burn-Out? 

Der US-amerikanische Psychotherapeut Herbert Freudenberger befasste sich 1974 erstmals mit dem Thema „Burn-out. Er definierte Burn-Out damals als vermehrtes ,,Ausbrennen‘‘, was letzten Endes als der Inbegriff von Burn-Out festgelegt wurde. 

Heutzutage gibt es mehrere verschiedene Definitionen von einem Burn-Out.

„Burnout ist ein Syndrom von emotionaler Erschöpfung, Depersonalisation und verminderter subjektiver Leistungsverringerung, das unter Individuen auftreten kann, die auf irgendeine Art mit Menschen arbeiten“ (Maslach 1986, in B. Reime (Hrsg.), 2000, S. 144). 

Der Burn-Out-Zyklus:

Stadium 1: Der Zwang sich zu beweisen 

Stadium 2: Verstärkter Einsatz 

Stadium 3: Vernachlässigung eigener Bedürfnisse 

Stadium 4: Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen Fehlleistungen treten gehäuft auf 

Stadium 5: Umdeutung von Werten 

Stadium 6: Verstärkte Verleugnung der auftretenden Probleme Zynismus, Ungeduld, Intoleranz 

Stadium 7: Rückzug Hoffnungslosigkeit 

Stadium 8: Verhaltensänderung Verstärkter Rückzug 

Stadium 9: Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit Gefühl wie eine Maschine automatisch zu funktionieren. 

Stadium 10: Innere Leere 

Stadium 11: Depression Verzweiflung, Erschöpfung 

Stadium 12: Völlige Burnout-Erschöpfung 


Die Abgrenzung Burnout zu Erschöpfung und Depression 

Erschöpfung / Burnout 

Anstrengende Lebensumstände können Menschen extrem belasten, bis sie einen Punkt erreichen, an dem sie das Gefühl haben: Ich kann nicht mehr, ich bin erschöpft, leer und ausgebrannt. Hierbei kann sowohl beruflicher Stress als auch privater Stress körperliche und psychische Beschwerden auslösen. Mögliche Ursachen hierfür sind dauerhafte Über- oder Unterforderung, ständiger Zeitdruck, Konflikte mit Kollegen, aber auch extreme Einsatzbereitschaft, die zur Vernachlässigung eigener Bedürfnisse führt. Diese beruflichen Stressfolgen sind eine häufige Ursache für Krankschreibungen und Fehltage. Es gibt jedoch keine eindeutig klare Abgrenzung zwischen Burnout und dem chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS), es ist schwierig zu differenzieren, da einige Symptome sich überschneiden. Wichtige Merkmale des CFS sind: 

➢ Halsschmerzen und geschwollene, empfindliche Lymphknoten 

➢ Muskel- und Gelenkschmerzen 

➢ Kopfschmerzen, plötzlich regelmäßig auftretende Migräneanfälle

➢ Keine Erholung im Schlaf 

➢ Grippesymptome, wie Fieber und Mattigkeit nach dem Sport

➢ Beeinträchtigung der Konzentration und des Kurzzeitgedächtnisses 

➢ Wortfindungs- und Lesestörungen 

➢ Neue, ständig wechselnde Allergien 


Anders gestaltet sich das Burnout-Syndrom. Hier treten folgende Symptome gehäuft auf: 

➢ Gefühl, unentbehrlich zu sein und nie genügend Zeit zu haben 

➢ Einschränkung sozialer Kontakte auf Kunden, Patienten, Klienten etc. 

➢ Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit und inneren Leere 

➢ bröckelndes Selbstwertgefühl 

➢ Pessimismus, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, schwindende Kreativität 

➢ Angstzustände, Schlafstörungen und Albträume 

➢ erhöhter Blutdruck, Herzklopfen und Engegefühl in der Brust 

➢ Übelkeit und Verdauungsbeschwerden 

➢ sexuelle Probleme 

➢ starke Gewichtszunahme oder -abnahme infolge veränderter Essgewohnheiten 

➢ verstärkter Konsum von Nikotin, Alkohol oder Koffein

 ➢ erhöhte Infektionsanfälligkeit 


Depression/ Burn-out 

Die Depression weist eine ähnliche Symptomatik auf wie das Burn-out Syndrom. Aufgrund dessen fällt es oft äußerst schwer diese beiden Begriffe klar voneinander zu trennen und zu unterscheiden. Gemeinsamkeiten in den Symptomen wären beispielsweise der Verlust von Motivation und der Interessen, sowie auch das Gefühl wenig kompetent zu sein und gewissen Anforderungen nicht mehr gerecht werden zu können. Die Differenzierung zwischen Burn-out und Depression ist daher nicht unbedingt auf die Symptomatik zurück zu führen, sondern darauf, dass beide aus unterschiedlicher Perspektive betrachtet werden müssen. Eine Depression kann an bestimmten Haupt- und Nebensymptomen erkannt werden: 

Hauptsymptome: 

➢ niedergedrückte Stimmung: Tiefe Niedergeschlagenheit 

➢ innere Leere und Verlust von Interessen: Empfinden weder Freude noch andere Gefühle/ Interesse geht verloren/Aufmunterungsversuchen schlagen fehl 

➢ Antriebslosigkeit und Müdigkeit, ständig geistig und körperlich erschöpft, Müdigkeit wird zum Normalzustand 


Nebensymptome:

 ➢ starke Selbstzweifel 

➢ Schuldgefühle und Selbstvorwürfe 

➢ Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen 

➢ extremes Schlafbedürfnis oder Schlafstörungen 

➢ starke Unruhe und innere Erregtheit 

➢ Verlust des sexuellen Interesses 


Diese sind deutlich zu unterscheiden von denen eines Burn-outs. Vom Burn-out betroffene Menschen sehen ihre Arbeitssituation als negativ und leiden insbesondere unter emotionaler Erschöpfung und verminderter persönlicher Leistungsfähigkeit. Der Unterschied zwischen diesen beiden Phänomenen liegt des Weiteren darin, wie erkennbar die traumatischen Erlebnisse sind, welche Wirkung sie auf Körper und Seele und welche Auswirkungen sie auf das Stresssystem haben. Die Ähnlichkeit der Symptome kann dazu führen, dass einige Menschen die Diagnose Burnout bekommen, obwohl sie eigentlich an einer Depression leiden. Gerade weil sich die Beschwerden ähneln, sollten keine voreiligen (Eigen-)Diagnosen gestellt werden. Bisher existieren noch keine einheitlichen Diagnoseinstrumente, um die Erkrankung in ihrer Gesamtheit zu erfassen. 

Viel zu selten findet eine Überweisung an Fachärztinnen und Fachärzten statt, um tatsächlich ein Burn-out feststellen zu können. Im Gegensatz zu anderen psychischen Erkrankungen ist das Burn-out eine Erkrankung, die zwischen Frauen und Männern keinen Unterschied in der Diagnosestellung als auch bei sämtlichen Therapien aufweist. Bis heute existieren noch zu wenige Untersuchungen mit dem Fokus auf eine geschlechtsspezifische Betrachtungsweise. 


Burn-out-Syndrom: Risikofaktoren 

Burnout-Risiken liegen in den individuellen Bewältigungsstrategien der einzelnen Personen. Die Art und Weise, wie man mit Belastungen und mit sich selber umgeht, hat erheblichen Einfluss darauf, ob man an einem Burn-out erkrankt oder nicht. Untersuchungen weisen darauf hin, dass folgende Persönlichkeitsstile mit einem erhöhten Risiko „auszubrennen“ verbunden sind: 

- Perfektionistische Einstellungen 

- Geringe Kompetenzerwartung

- Ein sehr ausgeprägtes Harmoniebedürfnis

- Eine externale Kontrollüberzeugung 


Der Burn- out eine von der Gesellschaft erzeugte Erkrankung? 

In unserer heutigen Gesellschaft hat sich der Burn-Out als Volkskrankheit etabliert. Doch ist er das überhaupt- eine Volkskrankheit? Kritiker sehen diese Definition als äußerst kritisch und benennen den Burn-Out eher als eine Systemkrankheit. Für unsere Gesellschaft jedoch bleibt es eine Volkskrankheit, da dies nach etwas bequem Therapierbarem eines fast alltäglichen Leidens klingt. Vor allem wird sie so dargestellt, als dass man sie leicht vermeiden ließe. Um diese Vorstellung herum ist in den vergangenen Jahrzehnten eine ganze Industrie entstanden, bestehend aus Wellnesstempeln, Fitnessstudios und Yoga-Kursen u.ä. als Burn-out-Prophylaxe. 

Doch wie konnte es erst soweit kommen? 

Heutzutage leben wir in einer sogenannten Yes-we-can-Gesellschaft, die dieses Krankheitsbild präventiv beeinflusst. Ja, wir können auch um Mitternacht E-Mails beantworten. Ja, wir können auch auf dem Spielplatz noch Börsenkurse checken. Ja, wir können auch im Urlaub ans Telefon gehen. Könnte ja etwas Dringendes sein. Ja wir können immer und überall erreichbar sein, man könnte ja etwas verpassen. Man hat 24 Stunden zu funktionieren. Nun gehört zur Logik des herrschenden Systems, selbst aus seinem Defizit einen neuen, Markt zu erschaffen für professionalisierte Regeneration: Entspann dich! Jedoch das als Muss dargestellte Entspannen führt letzten Endes wiederum zu Stress. Die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen wir leben müssen, tragen hauptsächlich zu den Ursachen für die Entwicklung eines Burn-outs bei. Bedingt durch den Dauerstress, dem viele Menschen ausgesetzt sind, sei es durch hohe Anforderungen im Beruf und teilweise im Privatleben, oder durch zeitliche Einbindungen in den Familienalltag oder durch Veränderung von gesellschaftlich anerkannten Prioritäten. 

Wir leben in einer Gesellschaft, der eine Dauererreichbarkeit abverlangt wird, durch diese es häufig zum Zerfall von familiären und freundschaftlichen Bindungen kommen kann. Eine Gesellschaft, in der nur Resultate zählen und wenig Wert auf Persönlichkeit, zwischenmenschliche Beziehungen und Individualität gelegt wird. Unser ganzes Leben wird immer unpersönlicher und anonymer. Diese Angst des Nicht-funktionierens ist oft gepaart mit einer inneren Leere und der Unfähigkeit, neue positive Beziehungen zu beiden Geschlechtern aufzubauen. Ohne eine zwischenmenschliche Bindung kommt die Arbeit oft als Ersatzliebe ins Spiel. Kommt es nun auch auf der Arbeit zu Problemen findet man häufig kein Kompensationsfeld, auf das man ausweichen und sich mental und psychisch erholen kann. Ergebnis ist eine sich aufstauende Frustration und eine mentale Abgeschlagenheit, welche nun kaum mehr abgebaut werden kann. Viele flüchten sich daher in Abhängigkeiten durch Alkohol, Drogen,etc., da viele das Gefühl haben ein sinnentleertes Leben zu führen, ein Burn-out Leben. Oftmals wird dies von Arbeitgebern nicht registriert und vermitteln darüber hinaus weiterhin die Botschaft: Halte deinen Stress aus, denn es gibt andere, die viel mehr Stress haben. 


Burnout vorbeugen 

Man kann ein Burnout in zweierlei Lebensformen vorbeugen, zum einen im privaten Raum, als auch am Arbeitsplatz. Im Privatleben sollte man vor allem folgenden Punkte beachten: 

✓ Eigene Bedürfnisse wahrnehmen

✓ Grundbedürfnisse aufdecken

✓ Stressmanagement und Entspannung 

✓ Selbstaufmerksamkeit 

✓ Stresstagebuch 

✓ Soziale Kontakte 

✓ Innere Antreiber entmachten 

✓ Klare Lebensziele definieren 

✓ Stärkung der Selbstakzeptanz 

✓ Gesunde Lebensweise 

✓ Hilfe suchen 

Ein Burnout am Arbeitsplatz ist nicht nur belastend für Betroffene, sondern auch problematisch für den Arbeitgeber. Das Wohl der Mitarbeiter sollte für das Unternehmen an oberster Stelle stehen. Folgende Punkte können Anhaltspunkte dafür sein das Burnout-risiko aufgrund von Arbeitsstress vorzubeugen: ✓ Autonomie anstreben 

✓ Zeitmanagement 

✓ Nein-Sagen 

✓ Unrealistische Erwartungen abbauen

✓ Leben und Arbeiten im Gleichgewicht 

✓ Karriereplanung 

✓ Beteiligung an Entscheidungen 

✓ Supervision 


Zusammenfassend ist jedoch zu vermerken, dass es nicht den einen Weg gibt, um aus diesem Dilemma herauszukommen. Jeder Mensch, der sich als Risikopatient für einen Burnout sieht, muss selbst für sich einen Weg finden das Stresspensum zu senken und genügend Ausgleich zu schaffen, um nicht vollständig in eine schwere Depression abzurutschen. 



Literaturverzeichnis 

https://www.burnout-info.ch/burnout_ursachen_rollenerwartungen_2.htm https://online.medunigraz.at/mug_online/wbAbs.getDocument?pThesisNr=24144&pAutorN r=&pOrgNr=1 

https://www.personalmanagement.info/hr-know-how/fachartikel/detail/das-burnoutsyndrom-die-krankheit-der-leistungsgesellschaft/ 

https://www.zeit.de/kultur/2011-10/burnout-zwischenruf/seite-2 https://www.lifeline.de/krankheiten/burnout/#ursachen https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62820/Die-Burnout-Gesellschaft 

https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatikpsychotherapie/erkrankungen/burnout-syndrom/geschichte-und-abgrenzung/ https://www.gesundheitsinformation.de/was-ist-ein-burnoutsyndrom.2125.de.html?part=symptome-5i https://burnoutratgeber.wordpress.com/2011/08/11/gesellschaftliche-ursachen-desburnout/ https://www.netdoktor.de/krankheiten/depression/ https://www.praxisvita.de/burnout-oder-cfs-13138.html